Oder wie eine gut gemeinte Preisanpassung zu einem Zoll-Albtraum werden kann Viele international tätige Unternehmensgruppen und Konzerne benützen das Instrument der Transferpreis-Anpassung zur Steueroptimierung an den verschiedenen Standorten. Solche Handlungen können aber häufig ungewollte negative Folgen im Zollbereich nach sich ziehen.

Die Firma XY, ein europäischer Hersteller von Konsumgütern mit Vertriebsgesellschaften im asiatischen Raum, nahm gestützt auf eine Umstrukturierung in Asien eine Überprüfung ihrer Transferpreise vor. Da die Intercompany-Verkäufe die erwarteten Gewinnmargen nicht erreicht hatten, wurden nachträglich rückwirkende Erhöhungen der Verrechnungspreise vorgenommen. Die Verantwortlichen hatten jedoch zu wenig bedacht, dass durch diese Preisanpassungen auch die Zollwerte der in den asiatischen Ländern eingeführten Produkte – auf denen die Zollabgaben berechnet worden waren – nach oben hätten berichtigt werden müssen. Der Zoll stellte dies im Nachhinein fest und es kam zu massiven Zollnacherhebungen, verbunden mit Verzugszinsen und Bussgeldern. In vielen Ländern legen die Zollbehörden ihr Augenmerk vermehrt auf derartige Kostenoptimierungen. Es gilt also, bei retrospektiven Transferpreis-Anpassungen auch die Auswirkungen im Zollbereich zu beachten. Aber auch prospektive (zukunftsgerichtete) Preisanpassungen können Zweifel bei den Zollbehörden auslösen. Es stellt sich dort nämlich die Frage, ob die früher angemeldeten Warenwerte nicht allenfalls zu tief waren. Durch eine umsichtige und frühzeitige Überprüfung aller Aspekte bei der Anpassungen von Verrechnungspreisen können Überraschungen vermieden werden.

3. Juli 2013 ▪ Kategorie: Zollwert

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Christina Haas Bruni

Senior Manager, VAT & Customs

Vor ihrem Start bei PwC im Jahr 2013 arbeitete Christina fast 25 Jahre lang für den Schweizer Zoll, davon mehr als 15 Jahre in der Zollgeneraldirektion in Basel. Christina stellt unseren Kunden eine praxiserprobte Erfahrung in allen Zollangelegenheiten zur Seite. Als Zollexpertin kennt sie die Herausforderungen internationaler Firmen. Ihr Fokus liegt bei der Umsetzung von Compliance-Prozessen mit entsprechenden Präferenz- und Herkunftsfragen. Christina war Gastreferentin und Lehrbeauftragte bei diversen Seminaren für Spediteure, Zollagenten und den MAS-Studiengang International Logistics Management. Im Weiteren war sie für Eurocustoms und im WTO Trade Facilitation Program tätig. Christina begleitet renommierte Schweizer und internationale Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von einzelnen Zollanfragen bis zur Implementierung optimierter Vertriebsstrukturen mit firmeneigenem Zollmanagement.

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