Ob mit dem Auto oder zu Fuss unterwegs, benötigt man oft einen Wegweiser, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Nicht anders sieht es bei Zollangelegenheiten in Deutschland aus, obwohl man dort statt geographischer Weiterbildung auf die automatisierte Abfertigung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs stösst.

ATLAS, das Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem der deutschen Zollverwaltung ermöglicht, summarische Eingangs- und Ausgangsanmeldungen und Zollanmeldungen elektronisch zu erfassen. Ferner werden die Entscheidung der Zollstelle und der Bescheid über Einfuhrabgaben ebenfalls auf diesem Weg erlassen. Die Inanspruchnahme der ATLAS-Zollabwicklung setzt bestimmte Hard- und Softwareausstattungen, sowie den Erwerb verschiedener Identifikationsnummern voraus. Die eigene, geprüfte Software kann durch alternative Zugangsmöglichkeiten ersetzt werden. Bei der Anwendung / bzw. Zertifizierung sollte allerdings auf die aktuelle Release-Version zugergriffen werden. Bei der Anwendung neuer Technologien tauchen oft Fragen auf, die bei der früheren papiergestützten Zollabwicklung selbsterklärend waren. Beim Verfahren 4200 ( EU-Verzollung) sind z.B. alle Angaben zu den Erwerbern und Warenempfängern, vor allem zu ihren USt-ID-Nummern im anderen EU-Mitgliedstaat zu erfassen. Nicht zu übersehen ist, dass jene Anforderung gewisse Diskussionen auslöst, wenn der Erwerber/Rechnungsempfänger und der physische Warenempfänger voneinander abweichen. In manchen Fällen ist sogar die EORI-Nummer des Empfängers verlangt, auch wenn dieser von den Zollvorgängen gar nicht betroffen ist und somit keine EORI-Nummer haben muss. Jene Anforderung stammt aus der Vergangenheit, wo nicht rechtsfähige Niederlassungen unter bestimmten Voraussetzungen eine eigene Zollnummer erteilt wurden. Die Einführung der EORI-Nummer hat diese Praxis allerdings aufgehoben. Wie das obige Beispiel zeigt, weichen ATLAS-relevante Anfragen wegen dem technischen Hintergrund von allgemeinen Fragen deutlich ab. Somit hat die deutsche Zollverwaltung ein besonderes Service Desk namens ZIVIT (Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik) ins Leben gerufen, das Hand in Hand mit der allgemeinen Zollauskunftsstelle Anwenderfragen beantwortet. Oft heisst die Antwort allerdings: „Lehre bildet Geister; doch Übung macht den Meister“. Weiteres zum Thema unter dem folgenden Link: http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/ATLAS/atlas_node.html

31. Juli 2013 ▪ Kategorie: Zollrecht

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Nora Bartos

Senior Manager, VAT & Customs

Noras fachliche Kernkompetenzen liegen bei EU-Zollanliegen, Handels- und Zolllizenzen, Vertriebsumstrukturierungen, Umsetzung und Anwendung von Zollverfahren, Tarifierung und AEO-Fragen, vorwiegend für die Automobil- und Elektronik-/Hightech-Branche. Sie ist zudem Expertin in der EU-Mehrwert- und Verbrauchersteuer sowie in diversen Aspekten der Umweltsteuern.

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