Für ein Unternehmen ist es zentral zu erkennen, wo in der Lieferkette welches steuer- und zollrechtliche Optimierungs- oder Risikopotenzial steckt. So muss es einerseits seine Warenflüsse, Transportkosten, Lieferzeiten, Zollabwicklungsmodalitäten und andere Bereiche auf Verbesserungsmöglichkeiten untersuchen. Andererseits muss es die Zuständigkeit und Haftung für steuer- und zollrechtliche Aspekte in der Lieferstruktur erkennen (insbesondere auch im Bereich der Zusicherung des präferenziellen Ursprungs).

Jede involvierte Partei soll klar definierte Zuständigkeiten und Verantwortungen haben. Auf der einen Seite muss das Unternehmen die internen Zuständigkeiten zuteilen und die Mitarbeitenden zu steuer-und zollrechtlichen Aspekten schulen. Auf der anderen Seite, muss es auch innerhalb der Lieferstruktur und-kette sicherstellen, dass die Zuständigkeiten klar geregelt sind und dass der Verantwortliche für die Zollabwicklung auch sämtliche Regeln einhält (u.a. bezüglich der Zollabwicklung und Aufbewahrung der zollrelevanten Dokumente etc.). Bei jedem zollrechtlichen Vorgang muss die Frage gestellt werden: “Wer macht was”. Die Erstellung einer Zoll-Verantwortlichkeitsmatrix kann hier in vielen Bereichen Klarheit schaffen und ist der erste Schritt zur Optimierung (und / oder Risikominimierung) der Zollprozesse. Bei dieser Matrix sind nicht nur die internen Schnittstellen zu beleuchten und zu definieren, es sind auch die bestehenden Zusammenarbeitsformen mit Dritten aufzuzeigen. Sie werden sehen: Mit der Zoll-Verantwortlichkeitsmatrix wird das „Zoll-Leben“ nicht leichter, aber planbarer.

21. August 2013 ▪ Kategorie: Zollorganisation

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Simeon L. Probst

Leader Customs Consulting

Simeon Probst bringt eine umfangreiche Erfahrung und einen vielseitigen Werdegang mit. Er referiert an PwC-eigenen und externen Mehrwertsteuer- und Zollseminaren sowie an Lehrveranstaltungen der Wirtschaftsprüfungsbranche. Simeon Probsts fundiertes Wissen in der Mehrwertsteuer- und Zollplanung stammt unter anderem aus der Beratung von Schweizer Konzernen bei der Einführung moderner Supply-Chain-Modelle. Er hat zahlreiche Projekte mit komplexen internationalen Vertriebsstrukturen und Fragestellungen rund um die Mehrwertsteuer und Zollabwicklung begleitet, zum Beispiel für eine Schweizer Stahl-Gruppe und einen Schweizer Medizintechnikhersteller.

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