Das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens China - Schweiz steht kurz vor der Tür: Die Eidgenössische Zollverwaltung hat das Zirkular zum Freihandelsabkommen China – Schweiz publiziert und wir haben eine Broschüre zu diesem Thema erstellt. Diese Dokumentation kann dazu genutzt werden, interne Vorbereitungen zu treffen und auch das Vorgehen mit den Lieferanten abzusprechen.

Die wichtige Erkenntnis aus dem Zirkular der Eidgenössischen Zollverwaltung (siehe Link unten) betrifft die Übergangsfristen bei Wareneinfuhren in die Schweiz und die provisorische Veranlagung. Bei Warensendungen, bei denen die provisorische Veranlagung bis zum 31. Dezember 2014 beantragt wird, gewährt die Eidgenössische Zollverwaltung ausnahmsweise eine Frist von 6 Monaten zum nachreichen der fehlenden Dokumente. Dies kann zum Beispiel sein, wenn die Waren am 1. Juli 2014 bereits unterwegs sind und der chinesische Ausführer noch keine Möglichkeit hatte, ein entsprechendes Ursprungszeugnis für die Waren mit Ursprung China auszustellen. Zwei weitere Punkte, deren Wichtigkeit wir an dieser Stelle unterstreichen möchten, betreffen die Ablösung der gegenwärtigen Zollpräferenzen unter dem Allgemeinen Präferenzsystem zugunsten Entwicklungsländer (APS) sowie den elektronischen Datenaustausch für Ermächtigte Ausführer:

  • Mit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens China – Schweiz per 1. Juli 2014 wird der APS-Status von China aufgehoben. Dies bedeutet auch, dass nach Inkrafttreten bei der Einfuhr von chinesischen Ursprungswaren in die Schweiz keine Ursprungsnachweise mehr akzeptiert werden können, die im Rahmen des APS ausgestellt wurden (z.B. Ursprungszeugnis Form A).
  • Ermächtigte Ausführer, welche Ursprungserklärungen für Warenlieferungen nach China ausstellen, müssen die ausgestellten Ursprungserklärung auch elektronisch über eine Internetapplikation der Eidgenössischen Zollverwaltung übermitteln (die Ursprungserklärung muss dennoch auf Papier bei der Einfuhr in China vorgelegt werden). Zudem unterscheidet sich der Text der Ursprungserklärung von jener in Europa gebräuchlichen und muss eine Seriennummer beinhalten.

Unternehmen, welche sich im Warenhandel zwischen China und der Schweiz beteiligen, wird empfohlen, die notwendigen Vorbereitungsarbeiten zu treffen, damit ein reibungsloser Übergang vom heutigen System zum Freihandelsabkommen gewährleistet ist. Gegebenenfalls sollte das Vorgehen auch mit den Lieferanten, Kunden und Logistikdienstleistern abgesprochen werden. Zu diesem Zweck haben wir eine Broschüre vorbereitet, welche die wichtigsten Faktoren des neuen Freihandelsabkommens zusammenfasst: Deutsch: FHA mit China – Fahren Sie mit Englisch: FTA with China – Are you joining us Chinesisch: FTA with China CN Hier noch die wichtigsten Links zu den offiziellen Dokumenten in der Zusammenfassung: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Abkommenstexte Eidgenössische Zollverwaltung Zirkulare Ursprung (Übersicht) Bestellung EUR.1 CN Datenaustausch mit China für Ermächtigte Ausführer, inkl. Dokumente auf der rechten Seite Die Dokumentation zum Freihandelsabkommen mit China wird auch auf der Übersichtsseite über Freihandelsabkommen und Ursprung (Dokument D30) ab 1. Juli 2014 aufgeschaltet. Link zum Dokument D30 (wird per 1. Juli 2014 aktualisiert)

4. Juni 2014 ▪ Kategorie: Zollrecht

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Martin Sutter

Manager, Customs & VAT

Martin gehört seit Jahren zu unseren Experten für indirekte Steuern und Zoll. In seiner Tätigkeit für verschiedene Unternehmen und Branchen hat er sich einen umfangreichen Erfahrungsschatz aufgebaut. Martin ist eidgenössisch diplomierter Treuhänder. In seiner Arbeit konzentriert er sich auf die regelkonforme Anwendung von Freihandelsabkommen, Ursprungsregeln, Zollabwicklung und -bewertungen. Zudem betreut er unsere Kunden in der Schnittstelle zwischen Zoll- und Mehrwertsteuer.

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