Per 1. Juli 2014 sind die formellen Anforderungen für die Anwendung des Verlagerungsverfahrens für die MWST bei der Einfuhr von Gegenständen (Art. 63 MWSTG) gelockert worden. Während vorher auf der Rechnung des ausländischen Versenders zwingend die MWST-Nummer und die Bewilligungs-Nummer des Importeurs nötig waren, so ist dies heute nicht mehr erforderlich.

Damit werden zusätzliche Kosten und Umtriebe bei der Wareneinfuhr reduziert. Es kam in den letzten Jahren regelmässig vor, dass die Zusatzangaben von den Lieferanten entweder gar nicht oder aber falsch in den Rechnungen vermerkt wurden. Bei Kontrollen durch die Zollverwaltung kam es daher regelmässig zu Korrekturen und Steuer(nach)belastungen, was für die Importeure bzw. Bewilligungsinhaber wiederum eine unnötige Kapitalbindung bis zum Vorsteuerabzug in der periodischen MWST-Abrechnung mit der ESTV darstellte. Dieser Umstand kann nun durch die Lockerung vermieden werden. In der Einfuhrzollanmeldung müssen die beiden Nummern jedoch weiterhin korrekt angegeben werden. Zudem ist der entsprechende Antrag in der elektronischen Zollanmeldung zu stellen. Auch ist jeweils zu prüfen, ob der Bewilligungsinhaber tatsächlich der rechtmässige Importeur der Einfuhrsendung ist (wirtschaftlich verfügungsberechtigt; Eigentümer, Käufer, Kommissionär, Mieter, Leasingnehmer oder Veredler). Andernfalls wird die Einfuhrsteuer von der Zollverwaltung anlässlich der Zollveranlagung erhoben. Nähere Informationen sind aus dem Formular 1231/1232 der ESTV ersichtlich.

14. Juli 2014 ▪ Kategorie: Zollverfahren

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Christina Haas Bruni

Senior Manager, VAT & Customs

Vor ihrem Start bei PwC im Jahr 2013 arbeitete Christina fast 25 Jahre lang für den Schweizer Zoll, davon mehr als 15 Jahre in der Zollgeneraldirektion in Basel. Christina stellt unseren Kunden eine praxiserprobte Erfahrung in allen Zollangelegenheiten zur Seite. Als Zollexpertin kennt sie die Herausforderungen internationaler Firmen. Ihr Fokus liegt bei der Umsetzung von Compliance-Prozessen mit entsprechenden Präferenz- und Herkunftsfragen. Christina war Gastreferentin und Lehrbeauftragte bei diversen Seminaren für Spediteure, Zollagenten und den MAS-Studiengang International Logistics Management. Im Weiteren war sie für Eurocustoms und im WTO Trade Facilitation Program tätig. Christina begleitet renommierte Schweizer und internationale Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von einzelnen Zollanfragen bis zur Implementierung optimierter Vertriebsstrukturen mit firmeneigenem Zollmanagement.

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