Die Zolltarifnummer – eine internationale Codierung für verschiedenste Zwecke. Weltweit werden Waren im Handelsverkehr mittels einer bestimmten Nummerierung verschlüsselt, um im internationalen Warenaustausch über vergleichbare Daten zu verfügen. Warum diese Einreihung sowohl für die Verwaltungen als auch für die Unternehmen wichtig ist, soll der nachfolgende Beitrag erklären.

Basis der Codierung ist das Übereinkommen über das Harmonisierte System (kurz „HS“), welches unter der Schirmherrschaft der Weltzollorganisation (WZO) erarbeitet wurde und derzeit in 138 Vertragsparteien mit mehr als 200 Zollverwaltungen zur Anwendung gelangt. Auf dieser HS Nomenklatur mit ihren 6-stelligen Nummern werden dann die jeweiligen nationalen Zolltarife aufgebaut, in der Schweiz der Gebrauchszolltarif „t@res“ mit seinen 8-stelligen schweizerischen Zolltarifnummern, der elektronisch verfügbar ist (www.tares.ch; mit über 8600 Zolltarifnummern). Nebst der Abgabenerhebung beim Import (Zölle usw.) dienen Zolltarifnummern aber auch noch diversen weiteren Zwecken, beispielsweise:

  • Erfassung wirtschaftsbezogener statistischer Daten (Aussenhandelsstatistik);
  • Bewirtschaftung von Einfuhr- oder Ausfuhrbewilligungen, Verboten, Beschränkungen, Kontingenten usw.;
  • Als Basis für präferenzielle Ursprungsregeln im Rahmen von Freihandelsabkommen (Listenregeln).

Trotz fester Regeln sowie einer logischen Struktur des Zolltarifs stellt die Thematik „Einreihung von Waren“ oder „Warentarifierung“ in ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit höchste Anforderungen an aussenhandelsorientierte Unternehmen. Die korrekte Warentarifierung wird häufig nicht ausreichend beachtet oder es kommt zu Schwierigkeiten bei der Ermittlung der richtigen Tarifnummer. Dabei gibt es zahlreiche Zollvorteile, die nicht nur dem eigenen Unternehmen nützen sondern auch für Kunden wichtig sind und somit die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Ebenfalls eine wichtige Aufgabe ist die Durchführung und Beachtung der Präferenzkalkulation im Bereich Warenursprung und Freihandelsabkommen. Insbesondere dieser Bereich bietet den Unternehmen profitable Optimierungsmöglichkeiten und höchste Kundenzufriedenheit, birgt jedoch auch ein hohes Risikopotential im Falle von Arbeitsfehlern. Nachfolgend einige gute Gründe, die Zolltarifnummern für das eigene Warensortiment (Fertigwaren als auch Komponenten/Rohstoffe) regelmässig zu überprüfen:

  • Weniger Beanstandungen und Rückfragen bei der Zollabwicklung im Import und Export;
  • Mehr Sicherheit bei Zollprüfungen; falsche Tarifnummern können zu höheren Zollabgaben und somit zu empfindlichen Nachforderungen führen (rückwirkend bis 5 Jahre);
  • Transparenz und Sicherheit bei der Produktekalkulation durch Berücksichtigung der Zollkosten;
  • Korrekte zollrelevante Stammdaten als Basis für die richtige Ursprungsberechnung und Anwendung der verschiedenen Freihandelsabkommen.

Wir unterstützen Sie gerne bei diesen Bemühungen.

3. September 2014 ▪ Kategorie: Zolltarif

Share

Christina Haas Bruni

Senior Manager, VAT & Customs

Vor ihrem Start bei PwC im Jahr 2013 arbeitete Christina fast 25 Jahre lang für den Schweizer Zoll, davon mehr als 15 Jahre in der Zollgeneraldirektion in Basel. Christina stellt unseren Kunden eine praxiserprobte Erfahrung in allen Zollangelegenheiten zur Seite. Als Zollexpertin kennt sie die Herausforderungen internationaler Firmen. Ihr Fokus liegt bei der Umsetzung von Compliance-Prozessen mit entsprechenden Präferenz- und Herkunftsfragen. Christina war Gastreferentin und Lehrbeauftragte bei diversen Seminaren für Spediteure, Zollagenten und den MAS-Studiengang International Logistics Management. Im Weiteren war sie für Eurocustoms und im WTO Trade Facilitation Program tätig. Christina begleitet renommierte Schweizer und internationale Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von einzelnen Zollanfragen bis zur Implementierung optimierter Vertriebsstrukturen mit firmeneigenem Zollmanagement.

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.