Letzte Woche haben wir in unserem Blogeintrag festgehalten, dass die korrekte Zolltarifeinreihung aufgrund von objektiven Kriterien vorgenommen werden muss.

Die Zollabgaben richten sich dann nach dieser Tarifeinreihung und können teilweise beachtliche Kosten verursachen, womit die Produkte im Bestimmungsland verteuert werden. Um Einnahmen zu generieren und die einheimische Wirtschaft zu schützen, ist dieser Effekt auch gewollt. Um diese Zollkosten zu reduzieren könnten Firmen versucht sein, die geltenden Bestimmungen kreativ auszulegen und eine andere Zolltarifnummer zu verwenden. Dies ist auf keinen Fall zu empfehlen und kann in rechtlichen Streitigkeiten mit der jeweiligen Zollverwaltung im Empfangsland enden. Wenn aber gute Gründe vorliegen, weshalb von einer offensichtlichen Zolltarifeinreihung abgewichen wird, empfiehlt es sich, die jeweilig zuständige Zollverwaltung (im Empfangsland) um eine verbindliche Zolltarifauskunft anzufragen. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit, sein Produkt extra anhand der Zolltarifvorschriften zu entwerfen. Wie das mit Pantoffeln funktioniert, hat businessinsider.com in diesem Artikel (in Englisch) beschrieben. Allerdings sind dem natürlich auch Grenzen gesetzt. Einerseits wenn es darum geht, den Nutzen des jeweiligen Produkts nicht zu verfälschen und andererseits dürfen diese Änderungen auch nicht zur Umgehung einer bestimmten Zolltarifeinreihung dienen. Haben Sie bei der Produkteentwicklung auch schon mal an die Zolltarifierung gedacht? Als kreativer Vorschlag: Lassen Sie doch mal den Zollexperten bei der Entwicklung mitreden. Weitere Hintergründe zur Zolltarifierung sind auch in diesem Blogeintrag ersichtlich.

17. August 2015 ▪ Kategorie: Zolltarif

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Martin Sutter

Manager, Customs & VAT

Martin gehört seit Jahren zu unseren Experten für indirekte Steuern und Zoll. In seiner Tätigkeit für verschiedene Unternehmen und Branchen hat er sich einen umfangreichen Erfahrungsschatz aufgebaut. Martin ist eidgenössisch diplomierter Treuhänder. In seiner Arbeit konzentriert er sich auf die regelkonforme Anwendung von Freihandelsabkommen, Ursprungsregeln, Zollabwicklung und -bewertungen. Zudem betreut er unsere Kunden in der Schnittstelle zwischen Zoll- und Mehrwertsteuer.

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