Fristen über Fristen mit denen wir uns im Zollalltag herumschlagen. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten und sich zurecht zu finden. Dies nehmen wir zum Anlass, um regelmässig über Fristen zu informieren und für Klarheit zu sorgen. In diesem ersten Teil gehen wir auf den Standardprozess bei der Einfuhr ein und zeigen auf, welche massgeblichen Fristen es von der Zuführung bis hin zur Warenfreigabe zu beachten gilt.

Normales Verfahren Vereinfachtes Verfahren als Zugelassener Empfänger (ZE)
Zuführen / Gestellen / summarische Anmeldung
Unverzüglich Innert Transitfrist
Die Zuführung der Waren erfolgt unmittelbar nach der Einfuhr. Die zugeführten Waren sind daraufhin gestellt und müssen unverzüglich summarisch angemeldet werden. Die Zuführung der Waren hat innerhalb der Transitfrist zu erfolgen. Die summarische Anmeldung hat hier ebenfalls unverzüglich mittels Ankunftsanmeldung zu erfolgen.
Zollanmeldung
1 Tag 30 Tage
Die Waren müssen spätestens am der Gestellung folgenden Arbeitstag angemeldet werden. Auf Gesuch hin kann diese Frist bis auf 30 Kalendertage seit Gestellung verlängert werden. Die Waren müssen spätestens am 30. Kalendertag nach Ankunftsanmeldung angemeldet werden.
Warenfreigabe
Frei ohne/mit: sofort Frei ohne/mit: sofort
Gesperrt: manuell Gesperrt: 30 Minuten oder manuell
Die Freigabe der Waren ist vom Selektionsergebnis abhängig. Bei Selektionsergebnis „frei ohne“ und „frei mit“ sind die Waren sofort freigegeben. Die Freigabe der Waren ist hier ebenfalls vom Selektionsergebnis abhängig. Bei Selektionsergebnis „frei ohne“ und „frei mit“ sind die Waren sofort freigegeben.
Sendungen mit dem Selektionsergebnis „gesperrt“ sind durch das Zollpersonal (Datumsstempel) freizugeben. Sendungen mit dem Selektionsergebnis „gesperrt“ sind nach Ablauf der Interventionsfrist (30 Minuten) freigegeben. Bei Anordnung einer Beschau sind sie durch das Zollpersonal manuell freizugeben.

Die Kenntnis über solche Fristen kann in die jeweiligen Planungen einfliessen und zu einem reibungslosen Ablauf beitragen. Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass bei Nichteinhaltung dieser zeitlichen Vorgaben, wenn beispielsweise Waren vor der Freigabe weiterverwendet werden, mit administrativen oder finanziellen Konsequenzen zu rechnen ist. Ausblick: Teil 2 – Vorübergehende Verwendung

15. September 2016 ▪ Kategorie: Zollorganisation

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Mirsad Dzemaili

Assistant Manager, Customs & VAT

Mirsad Dzemaili stiess 2014 zum Mehrwertsteuer- und Zollteam von PwC Basel. Er absolvierte seine Ausbildung an der Schweizerischen Zollakademie. Danach baute er mehrere Jahre Berufserfahrung als Bundeszollspezialist in verschiedenen Zollstellen in Basel auf. Mirsad Dzemaili ist als Generalist für sämtliche Zollangelegenheiten unterwegs. Seine Spezialgebiete sind Zollverfahren, Tarifierung, Präferenzursprung und Einfuhrsteuer.

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