Die Weltzollorganisation (WZO) hat kürzlich das kommende Jahr 2017 zum Jahr der Datenanalyse deklariert. Insbesondere weist die WZO darauf hin, dass die Zollbehörden weltweit die umfangreich vorhandenen Daten im Zollbereich vermehrt für ihre Zwecke nützen sollen, um so ihre Kontrolltätigkeiten noch gezielter vorzunehmen und Lücken aufzudecken. Dies soll durch die Initiative der WZO über verschiedene Tools, Studien und Anleitungen verstärkt werden.

Vermehrte nachgelagerte Kontrollen gestützt auf umfassende Datenanalysen und Abgleiche (sog. mirror analysis) sind ein internationaler Trend, der auch in der Schweiz und in der EU spürbar ist. Die Zollkontrollen verlagern sich heutzutage weg von Einzelkontrollen spezifischer Zollanmeldungen hin zu systematischen Überprüfungen von im EDV-System der Zollbehörden (und teilweise auch anderen Behörden) vorhandenen Zolldaten. Damit können Risikoprofile erstellt werden, um künftige Ein- und Ausfuhren genauer zu erfassen. Es können aber auch gezielt rückwirkende Überprüfungen ausgelöst und damit Nachforderungen vorgenommen und somit Einnahmen generiert werden. Solche umfassenden Zollprüfungen für vergangene Jahre (teilweise bis zu 5 Jahre) stellen die Unternehmen vor einige Herausforderungen. Gerade im Importbereich sind die Unterlagen und Informationen vielfach sehr verstreut und teilweise auch unvollständig abgelegt bzw. nicht einfach auf die Schnelle auffindbar. Zudem konzentrieren sich Schweizer Unternehmen oftmals primär auf den Verkauf / Export und lassen den Einkauf und die damit verbundene Importabwicklung etwas aus den Augen. Dabei gilt es aus Sicht des Unternehmens zumindest auf dem gleichen Stand wie die Zollbehörden zu sein, um Zollkontrollen möglichst schadlos und ohne grösseren administrativen Aufwand überstehen zu können. Sind Sie in Ihrem Unternehmen bereit dafür? Falls Sie die nachfolgenden Fragen (ist nur eine Auswahl) mit nein oder „weiss nicht“ beantworten müssen, gibt es dringenden Handlungsbedarf:

  • Ist Ihnen bekannt, wieviel Zollabgaben Sie jährlich bezahlen (Schweiz / in anderen Ländern)?
  • Wissen Sie, wo Ihre Einfuhrzollbelege abgelegt sind und werden diese inhaltlich kontrolliert?
  • Wo würde ein Schreiben der Zollbehörde bei Ihnen intern landen?
  • Haben Sie Kostentransparenz über Ihre Einkaufprodukte bzw. weiss Ihre Einkaufsabteilung, welche Kosten bei einem Einkauf im Ausland genau anfallen?

Gerne unterstützen wir Sie und Ihr Unternehmen bei diesen und ähnlichen Fragestellungen, um eine verbesserte Übersicht über die Zollhandhabung zu erhalten und auf allfällige Zollprüfungen gewappnet zu sein. wco_data-analysis

5. Dezember 2016 ▪ Kategorie: Zoll allgemein

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Christina Haas Bruni

Senior Manager, VAT & Customs

Vor ihrem Start bei PwC im Jahr 2013 arbeitete Christina fast 25 Jahre lang für den Schweizer Zoll, davon mehr als 15 Jahre in der Zollgeneraldirektion in Basel. Christina stellt unseren Kunden eine praxiserprobte Erfahrung in allen Zollangelegenheiten zur Seite. Als Zollexpertin kennt sie die Herausforderungen internationaler Firmen. Ihr Fokus liegt bei der Umsetzung von Compliance-Prozessen mit entsprechenden Präferenz- und Herkunftsfragen. Christina war Gastreferentin und Lehrbeauftragte bei diversen Seminaren für Spediteure, Zollagenten und den MAS-Studiengang International Logistics Management. Im Weiteren war sie für Eurocustoms und im WTO Trade Facilitation Program tätig. Christina begleitet renommierte Schweizer und internationale Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von einzelnen Zollanfragen bis zur Implementierung optimierter Vertriebsstrukturen mit firmeneigenem Zollmanagement.

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