Im Mai und Juni 2018 treten gleich zwei neue Freihandelsabkommen mit Georgien und den Philippinen in Kraft. Zudem ist Anfang Mai eine Delegation aus der Schweiz in den Mercosur-Staaten unterwegs, um auch dort einem möglichen Freihandelsabkommen Schub zu verleihen.

Neues Freihandelsabkommen EFTA – Georgien

Am 1. Mai 2018 wird das Freihandelsabkommen (FHA) zwischen den EFTA-Staaten (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein) und Georgien in Kraft treten (vgl. Medienmitteilung). Dieses FHA entspricht inhaltlich den neueren Abkommen, die in letzter Zeit mit Drittstaaten abgeschlossen wurden und die liberalere Ursprungsregeln enthalten als die früheren FHA (z.B. jenes mit der EU). Das FHA umfasst sowohl Industrie- als auch Landwirtschaftsprodukte.

Von APS/GSP zu FHA: Mit Inkrafttreten des FHA werden die früheren Zollpräferenzen zu Gunsten von Entwicklungsländern für Georgien nicht mehr anwendbar sein (Wegfall des Form A). Dafür kann beim Import in die Schweiz bzw. beim Import in Georgien von den neuen Zollpräferenzen im Rahmen des FHA profitiert werden (sofern die Regeln eingehalten sind und die Sendung von einem präferenziellen Ursprungsnachweis begleitet ist).

Näheres dazu siehe Zirkular der EZV.

Neues Freihandelsabkommen EFTA – Philippinen

Am 1. Juni 2018 tritt ausserdem das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und den Philippinen in Kraft. Nähere Informationen dazu können einem Zirkular der Eidgenössischen Zollverwaltung entnommen werden.

Dieses FHA stellt eines der neuen Generation dar, das liberalere Ursprungsregeln enthält. Es umfasst alle Tarifkapitel von 1 bis 97, also sowohl Agrar- als auch Industrieprodukte. Beim FHA EFTA-Philippinen ist für viele Bereiche entweder der Positionssprung oder ein 65%-Wertkriterium anwendbar. Zudem gibt es eine allgemeine Werttoleranz von 20% und kein Drawbackverbot.

Für die Philippinen wird es mit Inkrafttreten des FHA ebenfalls zu einem Wechsel weg vom APS kommen, d.h. anstelle der früheren Form A werden inskünftig nur noch Ursprungserklärungen auf der Rechnung (ohne Wertlimite) zur Anwendung gelangen und die Zollpräferenzen für Entwicklungsländer nicht mehr anwendbar sein. Der Zollabbau auf Seiten der Philippinen wird asymmetrisch über 10 Jahre erfolgen.

Mögliches Freihandelsabkommen mit Mercosur-Staaten

Bundesrat Schneider-Ammann wird vom 29. April bis 5. Mai 2018 sämtliche Staaten des Mercosur (Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien) besuchen, begleitet von einer Wirtschafts-, Wissenschafts-, Landwirtschafts- und parlamentarischen Delegation sowie von Regierungsräten. Hauptziel des Besuchs ist es, den Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen den Staaten der EFTA und des Mercosur Schub zu verleihen und dabei die potenziellen Vorteile und die Wichtigkeit für alle Parteien zu betonen (vgl. Medienmitteilung).

Es bleibt also spannend im Freihandelsbereich und fordert die Unternehmen zunehmend, um die komplexen Regeln umsetzen und von den Vorteilen profitieren zu können.

27. April 2018 ▪ Kategorie: Uncategorized, Ursprung, Zoll allgemein

Share

Christina Haas Bruni

Senior Manager, VAT & Customs

Vor ihrem Start bei PwC im Jahr 2013 arbeitete Christina fast 25 Jahre lang für den Schweizer Zoll, davon mehr als 15 Jahre in der Zollgeneraldirektion in Basel. Christina stellt unseren Kunden eine praxiserprobte Erfahrung in allen Zollangelegenheiten zur Seite. Als Zollexpertin kennt sie die Herausforderungen internationaler Firmen. Ihr Fokus liegt bei der Umsetzung von Compliance-Prozessen mit entsprechenden Präferenz- und Herkunftsfragen. Christina war Gastreferentin und Lehrbeauftragte bei diversen Seminaren für Spediteure, Zollagenten und den MAS-Studiengang International Logistics Management. Im Weiteren war sie für Eurocustoms und im WTO Trade Facilitation Program tätig. Christina begleitet renommierte Schweizer und internationale Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von einzelnen Zollanfragen bis zur Implementierung optimierter Vertriebsstrukturen mit firmeneigenem Zollmanagement.

Hinterlassen Sie einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.